Homöopathie – der sanfte Weg

Was ist Homöopathie?

Die Therapie mit potenzierten Einzelmitteln nach den von Dr. Hahnemann und seinen Nachfolgern beschriebenen Heilgesetzen wird als „Klassische“ Homöopathie bezeichnet. Das Grundprinzip dabei ist, dass immer nur „ein Arzneimittel zu einer Zeit“ verordnet wird und in der Folge die Reaktionen des Patienten und der weitere Behandlungsverlauf genau beobachtet werden. Auf diese Weise können nicht nur akute, sondern auch tiefgreifende, chronische Krankheiten zielgerichtet behandelt werden.

Die homöopathische Behandlung

Erstanamnese
Die gründliche Erstanamnese ist die Basis für die gelingende homöopathische Behandlung. Dafür werde ich Sie im Vorfeld bitten, einiges an Material, wie die Krankheitsvorgeschichte der Familie, die eigene Krankengeschichte, Information über Impfungen, Operationen, Verletzungen, etc. zusammenzutragen und zum Termin mitzubringen.

Während des Gesprächs, welches bis zu 2 Stunden dauern kann, haben Sie Raum, ausführlich über Ihre aktuellen Beschwerden, ob körperlich oder seelisch zu sprechen. Ich benötige all diese wertvollen Informationen, um Sie im Ganzen kennen zu lernen und Sie in der für Sie angemessenen Weise begleiten und unterstützen zu können. Dabei werde ich oft auch nach individuellen Einzelheiten fragen, die Ihnen bisher als unwichtig erschienen sind.

Im Anschluss daran werte ich die Sammlung nach den Regeln der klassischen Homöopathie aus, um eine Arznei passend zu Ihrem Beschwerdebild zu finden. Das Ziel des Homöopathen ist es, das homöopathische Arzneimittel zu finden, welches in seinem Bild dem Bild des Patienten am ähnlichsten ist.

Jeder Patient wird unabhängig von der Diagnose als einzigartige, individuelle Persönlichkeit behandelt. Ziel einer Konstitutionsbehandlung ist nicht nur die Linderung oder Befreiung von körperlichen Beschwerden, sondern auch eine allgemeine Verbesserung der Lebenskraft.

Eine konstitutionelle Behandlung erfordert die sorgfältige Mitarbeit des Patienten. Je differenzierter, offener und vielfältiger die Hinweise sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das passende Mittel gefunden werden kann.

Folgetermine
Die Häufigkeit der weiteren Termine richtet sich nach den Beschwerden. Bei chronischen Erkrankungen erfolgt die Folgeanamnese nach ca. 4 – 6 Wochen. Bei diesem Termin werden alle Reaktionen auf das Arzneimittel besprochen und dokumentiert. Anhand der Veränderungen wird die weitere Verordnung getroffen. Dabei ist es Ziel der Behandlung, dass nicht nur Ihre Beschwerden gebessert werden, sondern insgesamt das Wohlbefinden (z. B. Schlaf, Leistungsfähigkeit, Stimmung) und damit Ihre Lebensqualität gesteigert werden.

Dauer der Behandlung
In Akutsituationen kann eine homöopathische Behandlung sehr schnell, innerhalb von Minuten oder Stunden wirken. In den meisten Fällen wird hier oft nur eine bis wenige Arzneigaben notwendig sein.
 
Bei chronischen Krankheiten ist etwas mehr Geduld erforderlich. Erste Behandlungserfolge treten aber auch hier nach einigen Tagen bzw. Wochen ein. Generell gilt folgende Faustregel: Je länger eine Krankheit schon besteht, desto mehr Zeit wird für die Heilung benötigt. Es muss - wie bei einer Zwiebel - Schicht für Schicht abgetragen werden, um zu dem Kern vorzudringen. Die Dauer einer Behandlung ist immer vom Einzelfall abhängig. In diesen Fällen werden erwartungsgemäß mehrere Arzneien sowie Folgetermine/telefonische Kontakte stattfinden.

Homöopathie und Schulmedizin

Krankheiten und Heilungsmöglichkeiten werden von der Schulmedizin und der Homöopathie unterschiedlich eingeschätzt. In der Schulmedizin wird die Arznei aufgrund der Diagnose (Name der Krankheit) ausgewählt, weil die Arznei vom Krankheitsprozess abhängt, den man für den Verursacher der Krankheit hält. Da nun jeder mit dieser Krankheit auch denselben Krankheitsprozess als Ursache hat, kann jeder Patient mit der gleichen Krankheit auch die gleiche Arznei bekommen.

In der Homöopathie dagegen wird die Arznei nicht aufgrund der Diagnose bestimmt, sondern nach der Art der Symptome.

Bei gleicher Diagnose braucht daher nicht jeder Patient die gleiche Arznei, da er oft unterschiedliche, individuelle Symptome zeigt, die wiederum eine ganz spezielle Arznei nach dem Ähnlichkeitsgesetz benötigt. Beide Sichtweisen können sich jedoch sinnvoll ergänzen. Da Homöopathie und Schulmedizin auf völlig anderen Ebenen wirken, ist es möglich, beide Verfahren zu kombinieren. Darüber hinaus gibt es schulmedizinische Medikamente, die man unter homöopathischer Medikation nicht sofort absetzen kann (Blutdruckmittel, Mittel gegen Epilepsie usw.). Auch hier ist eine parallele Therapie möglich.

So zum Beispiel möchte die Homöopathie eine hilfreiche Begleittherapie bei Krebserkrankungen sein. Die Nebenwirkungen einer Chemo- oder Strahlentherapie lassen sich gut homöopathisch behandeln. Das Fortschreiten des Krebswachstums ist u. a. von den körpereigenen Abwehrkräften abhängig. Da durch die Homöopathie gerade diese aktiviert werden können, ist eine homöopathische Behandlung von Vorteil.

Interessant sind auch die Heilungsverläufe nach Operationen, wenn diese homöopathisch begleitet werden. Die Homöopathie hat hier nicht nur Einfluss auf die Wundheilung sondern stärkt auch die Lebenskraft, so dass sich der Patient wesentlich schneller erholen kann.

Eine wachsende Offenheit der Schulmedizin für Ansätze der Homöopathie macht es den Patienten leichter, parallele Wege zu gehen!

Zu jeder homöopathischen Konstitutionsbehandlung gehört selbstverständlich das Abwägen wie viel Homöopathie und wie viel schulmedizinische Diagnostik und Therapie jeweils sinnvoll sind.